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Bleicheck beim Tauchen: Wie du es richtig machst

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Taucher beim Abstieg im Pool

Heute schauen wir uns genauer an, wie wir den Bleicheck vor dem Tauchen ordentlich durchführen.

Wir schauen uns die Gründe an, warum wir einen solchen Bleicheck überhaupt machen, erklären die richtigen Techniken und zeigen ein paar verbreitete Fehler auf.

Dies schließt den Bleicheck vor dem Tauchen ein, sowie einige weitere fortgeschrittene Tipps und Tricks.

Einführung in den Bleicheck beim Tauchen

Eine der häufigste Fragen, die ich während eines Tauchkurs or vor einer unserer Reisen bekomme lautet ungefähr so:

Wie viel Gewicht brauche ich für einen Tauchgang?

Ähnliche sind „Wie bestimme ich mein Tauchgewicht“ oder „Wie viel Gewicht empfehlt ihr am Tauchspot xyz“. Dies sind wirklich gute Fragen und fast alle Taucherforen sind voll damit.

Ehrlich gesagt können alle der obigen Fragen ziemlich eindeutig beantwortet werden:

Mach einen Bleicheck!

Was dies genau bedeutet und wie du den Bleicheck RICHTIG durchführst, wird das Thema des heutigen Beitrags sein.

Taucher machen Druckausgleich beim Abstieg
Dein Tauchgewicht zu optimieren reduziert den Luftverbrauch, verbessert deine Tarierung und macht dich zu einem besseren Taucher!

Während eines Bleicheck bestimmst du, ob die Menge an Gewichten, die du trägst, für den Tauchgang optimal ist. In den meisten Fällen läuft dies darauf hinaus, zusätzlich zu der Tauchausrüstung die richtige Anzahl an Bleistücken auszuwählen.

Ein Bleicheck vor dem Tauchen hilft dabei, die richtige Gewichtsmenge für jeden Tauchgang zu bestimmen.

Es ist sehr wichtig, dass du während eines Tauchgangs das richtige Gewicht hast, um unter Wasser eine perfekte Tarierung zu erzielen, verbessert deine Flossenschlagstechniken und reduziert deinen Luftverbrauch.

Eine Demonstration des Bleichecks ist Teil jedes Tauchkurs wie dem Open Water Diver oder dem CMAS*. Wir bemerken jedoch oft, dass viele Schüler noch nie davon gehört haben.

Tauchlehrer zeigt Skills unter Wasser
Ein Instructor wird dir zeigen wie du einen richtigen Gewichts- bzw. Bleicheck machst im Open Water Diver Kurs.

Wenn so viele Taucher nie einen richtigen Gewichts- bzw. Bleicheck durchführen, fragst du dich vielleicht: Ist es wirklich notwendig, sich überhaupt damit zu befassen?

Die Antwort auf diese Frage ist sehr klar: Ja!

Du solltest definitiv einen Bleicheck machen, bevor du an einem neuen Tauchplatz tauchen gehst.

Lass uns schauen, warum dies so ist.

Warum überhaupt einen Bleicheck machen?

Ganz einfach: Ein Bleicheck vor dem Tauchen hilft dir festzustellen, ob du das richtige Gewicht bei dir trägst. Dazu gehört die Optimierung von Tauchequipment, Anzug, Zusatzgewichten und Flasche sowie die Gewichtsverteilung am Körper.

Erstens erschwert unnötiges Gewicht am Gürtel oder in den Taschen das Tragen der Ausrüstung erheblich. Wenn du das Wasser erreichst und von der schweren Tauchausrüstung bereits halb erschöpft bist, wirst du dich beim Abtauchen gestresst fühlen und schwerer einatmen.

Das zusätzliche Gewicht bedeutet auch, dass du das Tarierjacket unter Wasser stärker aufblasen musst, was zu mehr Widerstand und weniger stromlinienförmiger Aerodynamik führt.

Dieser zusätzliche Widerstand kann dazu führen, dass während eines Tauchgangs bis zu 20 bar oder mehr verschwendet werden.

Wenn du die richtige Menge an Gewicht kennst, reduzierst du deinen Luftverbrauch, was wiederum zu einer besseren Tarierung sowie Trum im Wasser führt und macht dich letztendlich zu einem besseren Taucher.

Dies ist der Grund, warum manche Leute den „Bleicheck“ auch als „Tariercheck“ bezeichnen. Auf Englisch ist es übrigens der „Weight check“.

Ein Bleicheck vor dem Tauchen reduziert den Luftverbrauch, führt zu besserem Trim und Tarierung und macht euch zu besseren Tauchern.

Natürlich kannst du der Intuition und Erfahrung des Ausbilders vertrauen wenn du die Gewichte für den Tauchgang auswählst.

Er oder sie hat wahrscheinlich schon hunderte Schüler mit ähnlichen Proportionen und Equipment wie deinem gesehen und wird sichergehen, dass du nicht komplett daneben liegst.

Ausbilder und Tauchguides ziehen es jedoch normalerweise vor, ein wenig mehr Gewichte einzupacken, um sicherzustellen, dass die Schüler keine Probleme haben, schnell abzusteigen.

Unterwasserfotografin taucht unter Schiff
Stell sicher, die richtige Menge an Gewichten zu tragen, um Geräte wie Unterwasserkameras usw. auszugleichen.

Daher ist dein eigener Bleicheck der beste Weg, diese auf deine Bedürfnisse zu optimieren.

Wie führt man einen Bleicheck durch?

Das Durchführen eines Gewichts- bzw. Bleichecks beim Tauchen umfasst drei Schritte:

  • Bleicheck vor dem Tauchgang: Wähle die richtige Menge Blei vor dem Tauchgang.
  • Bleicheck nach dem Tauchgang: Check die richtige Menge Blei bei deinem Safety Stop auf 5 Meter Tiefe.
  • Optimiere das Gewicht und wiederhole die obigen Schritte, bis du die perfekte Menge gefunden hast.

Bleicheck vor dem Tauchgang

Die richtigen Menge an Bleigewichten zu finden ist natürlich einfacher, wenn du eine Referenz hast. Dies kann ein vorheriger Tauchgang am selben Ort sein, Notizen aus deinem Logbuch oder eigene Erfahrungen im Allgemeinen.

Die Gewichte hängen von der Art des Wassers (in Salzwasser benötigst du mehr Gewichte), der Dicke deines Anzugs (ein dickerer Anzug bedeutet mehr Gewicht), der Art der Flasche und deinem eigenen Körpergewicht sowie Körpergröße ab.

10% +-1kg Regel

Wenn du keine Ahnung hast, wo du anfangen sollst, verwende die 10% +- 1 kg Faustregel für Blei in Salzwasser und etwa 2/3 davon im Süßwasser.

Wenn du also 70 kg wiegst, probier es zuerst mit 8 kg Bleigewicht in Salzwasser.

Das ist auch die Abschätzung, die wir im Süßwasser nutzen, wo wir bei diesem Körpergewicht mit ungefähr 6kg starten würden.

Es gibt genauere Möglichkeiten, die Bleimenge festzustellen, aber für einen neuen Taucher berücksichtigt die obige Regel schweres oder nervöses Atmen sowie einen übermäßig eingeatmeten Zustand während des gesamten Tauchgangs.

Zum Glück für dich habe ich den perfekten Gewichtsrechner fürs Tauchen gebaut, sodass du sehr genau die Menge an Gewicht für deinen nächsten Tauchgang berechnen lassen kannst.

Bleicheck vor dem Tauchgang an der Wasseroberfläche

Mit deiner ersten Schätzung für dein Blei gehst du ganz normal ins Wasser, so wie im Open Water Diver oder CMAS* Kurs.

Das bedeutet mit voll aufgepumptem Tarierjacket und achte darauf, dass du nicht auf Korallen oder Vegetation trittst.

Beginne jetzt mit dem Bleicheck, indem du die folgenden Schritte ausführst:

  1. Lass dich an der Oberfläche treiben, ohne deine Füße oder Arme zu bewegen
  2. Stell sicher, dass deine Füße nach unten zeigen
  3. Atme tief ein und halte die Luft an (allerdings nicht zu tief und nur während des Gewichtschecks!)
  4. Entleere das Tarierjacket vollständig, ohne die Beine zu bewegen
  5. Jetzt solltest du sinken, aber nur bis das Wasser die Hälfte der Maske bedeckt
    • Solltest du weiter sinken, trägst du zu viel Gewicht
    • Wenn du nicht weit genug sinkst trägst du zu wenig Gewicht
  6. Entferne oder füge zusätzliche Bleistücke hinzu und wiederhole den Vorgang, bis das Wasser Augenhöhe erreicht
Scuba divers at surface
Dein Bleicheck beginnt an der Oberfläche.

Manchmal befindest du dich an einem Punkt, an dem du nicht ganz sicher bist, ob du das richtige Niveau erreicht hast. In diesem Fall mach dir keine Sorgen. Das hier ist keine exakte Wissenschaft.

Ich empfehle, den Tauchgang zu beginnen und zu sehen, wie es sich unter Wasser anfühlt, schließlich ist es hier am wichtigsten ist. Wenn du Schwierigkeiten beim Abstieg hast, kann dies ein Indikator sein, um beim nächsten Mal mehr Gewichte mitzunehmen.

Vergiss jedoch nicht, dass fehlendes Gewicht durch das Ausatmen während des Abstiegs ausgeglichen werden kann.

Der Zweck des Hinzufügens von Bleigewichten besteht darin uns beim Abstieg zu helfen, während sie unter Wasser keinen Zweck erfüllen. Ein leichtes Untergewicht ist daher eine gute Option für erfahrene Taucher, um beim Tauchen etwas mehr Luft zu sparen.

Das Ganze sieht ungefähr so aus:

Mach jedoch nicht den Fehler, völlig unterbleibt zu sein! Dies führt zu einem starken positiven Auftrieb während des Aufstiegs und kann gefährlich werden, wenn du deine Tiefe während Sicherheits- oder Dekompressionsstopps nicht kontrollieren kannst!

Aus diesem Grund umfasst der Bleicheck einen zweiten Schritt, den wir uns jetzt ansehen werden:

Bleicheck nach dem Tauchgang während des Safety Stops

Der zweite – und oft vernachlässigte – Teil findet während des Sicherheitsstopps statt.

Normalerweise beenden wir jeden Tauchgang mit einem Sicherheitsstopp bei 5 Metern für 3 Minuten , wenn wir 50 bar in unserer Flasche erreichen.

Dies erlaubt es uns, weiteren Stickstoff abzuatmen und schmälert das Risiko einer Dekompressionserkrankung (DCS = Decompression Sickness). In flachen Riffen nutzen die meisten Taucher diese Zeit einfach nur um sich die hübschen Fische anzugucken oder ein paar weitere Bilder zu machen.

Wenn dies jedoch dein erster Tauchgang an einem neuen Ort ist, solltest du jetzt eine Gewichtskontrolle nach dem Tauchgang durchführen.

Auf genau 5 Metern und mit 50 Bar im Tank sollte dein BCD jetzt vollständig leer sein, während du bewegungslos im Wasser schwebt.

Taucher schwebt bewegungslos unter Wasser
Schwebe während des Sicherheitsstopps regungslos mit einem leeren BCD, um zu wissen, dass du die richtige Menge an Gewichten hast.

Wenn du feststellst, dass noch viel Luft übrig ist, um tariert zu bleiben, kannst du weniger Gewichte bei deinem nächsten Tauchgang mitnehmen.

Wenn du mehr als gewöhnlich ausatmen musst, um ein Aufschwimmen zu verhindern, hast du definitiv positiven Auftrieb und musst zusätzliches Gewicht hinzufügen.

Bitte stell sicher, dass du während dieser Übung immer die Kontrolle über den Auftrieb hast und probier dies nicht während eines verpflichtenden Dekompressionsstopps oder in Stömungen.

Extra Tipp: „Keine Luft“ Simulation

Die folgende Übung machen wir mit vielen unserer Schüler in ihren Anfängerkursen und sie ist auch ein Favorit unter unseren Dive Leader und CMAS*** Tests.

Anstatt unsere Gewichtskontrolle während des eigentlichen Sicherheitsstopps durchzuführen, können wir eine Situation mit leerem Tank wie folgt simulieren:

  1. Steig bis zu einer Tiefe von 5 bis 7 Metern ab, ohne den Boden zu berühren
  2. Atme tief ein, als würdest du dich auf die Übung „Regler raus“ vorbereiten
  3. Lass die Luft aus dem Tarierjacket (BCD) (und möglicherweise dem Trockenanzug) gründlich ab, während du in derselben Tiefe schwebst
  4. Drück die letzte darin eingeschlossene Luft heraus!
  5. Entferne beim Ausatmen den Gewichtsgürtel oder die Gewichtstaschen und gib sie deinem Tauchpartner
  6. Jetzt simulierst du gerade eine 50 bar („Flasche leer„) Situation von vorher ohne das Risiko zu schnell während deines Safety Stops aufzusteigen
    • Wie zuvor solltest du nicht mit die Flossen schlagen oder übermäßig ausatmen müssen, um in der gleichen Tiefe zu bleiben. Wenn du dies tust, musst du die Gewichte entsprechend anpassen.
  7. Vergiss nicht, die Gewichte von deinem Tauchpartner zurückzunehmen. 😃

Bitte vermeide es während dieser Übung auf dem Boden zu knien! Wenn du die Möglichkeit hast, zu einem Pool oder einer Indoor-Tauchbasis zu gehen, kannst du vorher hier üben.

Ein paar mehr Tipps zum Tauchgewicht

Mittlerweile solltest du ein gutes Verständnis habe, wie du einen angemessenen Bleicheck machen kannst. Als kleiner Bonus sind hier noch ein paar weitere Dinge, die du an deinem Gewicht beim Tauchen optimieren kannst!

Optimiere die Verteilung der Gewichte

Tarierung ist ein Teil der Gleichung, der richtige Trimm der andere. Sobald du die richtige Menge an Bleigewichten gefunden hast, die du auf einen Tauchgang mitnehmen kannst, musst du darüber nachdenken, wie du sie platzierst.

Wenn du während eines Bleichecks feststellst, dass du vorwärts oder rückwärts fällst, verbessere die Gewichtsverteilung, bevor du weiter absteigst.

Die Gewichte sollten entlang des Körperschwerpunkts platziert werden oder Unstimmigkeiten in irgendeiner Weise ausgleichen.

Im Allgemeinen hast du aufgrund der Tauchflasche bereits viel Gewicht auf dem Rücken.

Versuche daher, die Bleistücke bei Verwendung eines Gewichtsgurts so weit wie möglich nach vorne zu drücken.

Noch besser ist es, wenn du Bleitaschen oder Gewichte am Rücken verwendest, um sicherzustellen, dass die Gewichte das Tauchen überhaupt nicht beeinträchtigen.

Beachte den unterschiedlichen Salzgehalt von Wasser

Mittlerweile sollten alle verstanden haben, dass wir im Salzwasser mehr Blei brauchen als im Süßwasser.

Salzwasser ist jedoch nicht immer gleich…naja…salzig.

Zum Beispiel ist der Salzgehalt in Thailand um die Similan-Inseln herum sehr hoch, während er auf Curacao in der Karibik viel niedriger ist.

Die Ostsee in Deutschland oder Dänemark z.B. ist hat einen ähnlichen Salzgehalt wie Süßwasserseen im Vergleich zur viel salzigeren Nordsee, an die sie angrenzt.

Auch wenn du möglicherweise an eine bestimmte Menge an Blei im Salzwasser gewohnt bist, kann sich dies an einem anderen Tauchplatz stark ändern.

Mann liest an Wasseroberfläche des Toten Meeres
Der Salzgehalt hat einen großen Einfluss auf unser Tauchgewicht. Obwohl das Tote Meer ein extremes Beispiel ist.

Wenn du die unterschiedlichen Salzgehalte unserer Ozeane auf einen Blick haben möchtest, schau dir diese tolle Karte von NOAA an, der National Oceanic und Atmospheric Association.

Nimm dir die Zeit, um an jedem neuen Ort einen ordnungsgemäßen Gewichtscheck durchzuführen, um dein Tauchgewicht zu optimieren.

Notiere das Gewicht im Logbuch

Notiere die Menge an Gewicht, die du an den unterschiedlichen Orten verwendet hast, einschließlich Anzugtyp und Flaschengröße, damit du eine Referenz hast, falls du jemals wieder zum selben Tauchplatz zurückkehren solltest.

Tauche mit einer Backplate

Eine Backplate hilft erheblich dabei, das Gewicht zu optimieren, das du beim Tauchen mit dir herumträgst.

Eine Backplate aus Stahl gibt dir zusätzliches Gewicht und ermöglicht es, die zusätzlichen Bleistücke wegzulassen, die du bisher mit dir rumgetragen hast. Bei Aluminium oder Karbon könnte es jedoch genau das Gegenteil erreichen und du benötigst unter Umständen sogar noch mehr als vorher.

Schau dir meine Empfehlungen für Backplate/Wing Sets an für ein bisschen Inspiration.

Fazit

In diesem Guide haben wir uns den Bleicheck beim Tauchen sehr ausführlich angeschaut.

Ein Bleicheck hilft dir herauszufinden, ob du die optimale Menge Blei beim Tauchgang dabei hast, ohne dabei zuviel Wasserwiderstand zu erzeugen.

Nutze meinen perfekten Gewichtsrechner fürs Tauchen um eine akkurate Abschätzung der Bleigewichte zu erhalten, die du brauchst.

Beim Bleichcheck vor dem Tauchgang leerst du dein Tarierjacket vollständig an der Oberfläche, während Sie die Luft anhalten. Im optimalen Fall sinken Sie nur bis auf Augenhöhe.

Der Bleicheck nach dem Tauchen passiert während des Safety Stops. Während du mit 50 bar Reserve bewegungslos auf der Zieltiefe schwebst, sollte dein Tarierjacket komplett leer sein.

Verwendet die Übung zur Simulation einer leeren Flasche, um diesen Teil des Bleichecks zu Beginn des Tauchgangs zu üben.

Wir haben uns auch einige andere Tipps angesehen, um dein Tauchgewicht zu optimieren.

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Tauche mit uns immer mit Freunden und stets happy bubbles. 😃

Cheers

Julius

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